Wieso sich die Mineralölindustrie durch den Emissionshandel kein grünes Gewissen erkauft, die THG-Quote mehr ist als Greenwashing – und wirklich etwas bewirkt.

Die THG-Quote ist kein Greenwashing, sondern Maßnahme mit Wirkung.

2009 ändert McDonalds sein Logo von rot auf grün. Eine kleine Änderung, eine vermeintlich nachhaltige Botschaft: ökologische Verantwortung. Ein solches »Grünwaschen« der öffentlichen Wahrnehmung bezeichnet man als »Greenwashing«. Dabei positionieren sich Unternehmen als umweltfreundlich und erhalten ein »grünes Image«, ohne nachhaltig aktiv geworden zu sein.

Aktuell hört man auch bei der E-Mobilität immer wieder den Vorwurf des Greenwashings. Denn durch den THG-Quotenhandel werden klimaschädliche Emissionen in finanzielle Mittel umgewandelt. Die THG-Quote sei demnach das Greenwashing der Mineralölindustrie. Kraftstoff-Produzenten würden sich ein größeres Treibhausgas-Konto erkaufen und bei ihrer Umweltbelastung unterstützt. Stimmt das? 

Greenwashing durch den THG-Quotenhandel?

Kurz gesagt: Nein. Der THG-Quotenhandel ist kein Greenwashing und die THG-Quote kein Etikett, mit dem Ölkonzerne für ein falsches »Umweltbewusstsein« werben können. Vielmehr bedeutet die Quote eine finanzielle Belastung für die Mineralölkonzerne. Sie sind gezwungen, die Strommengen von E-Mobilisten als Ausgleich für ihre Emissionen zu kaufen. Erfüllen sie die Menge der benötigten THG-Zertifikate nicht, fallen hohe Strafzahlungen an. In beiden Fällen (sowohl bei der Erfüllung als auch Nicht-Erfüllung der Quotenpflicht) leiden die Konzerne unter hohen Kosten und Aufwänden. Beides nimmt in Zukunft zu, da die THG-Quote bis 2030 schrittweise von 6% auf 25% erhöht wird. So entsteht ein Markt für alternative CO₂-arme Biokraftstoffe, den die Konzerne zur Reduktion ihrer Emissionen beimischen können. Die THG-Quote ist also kein Greenwashing, sondern ein Anreiz für die Kraftstoff-Produzenten. Diese produzieren zwar weiterhin klimaschädliche Treibhausgase, aber werden durch die Quotenpflicht am Betrieb einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur beteiligt. Als Folge sinkt die Nachfrage nach Verbrennern und fossilen Kraftstoffen. Ein indirekter Anreiz für den Umstieg auf erneuerbare Energien.

Gleichzeitig unterstützt die THG-Quote das Verhalten umweltbewusster Unternehmen und Privatpersonen. Sie werden durch die Barprämie erstmals am Quotenhandel beteiligt. Den Erlös ihrer THG-Prämie können sie beispielsweise in den Ausbau weiterer Ladestationen, Solaranlagen oder neuer E-Flotten investieren und die Verkehrswende aktiv vorantreiben. Der Clou dabei: Durch den THG-Quotenhandel fließen Gelder aus der Mineralölindustrie in die Förderung einer klimafreundlichen E-Mobilität. Oder in anderen Worten: Deine THG-Prämie, finanziert durch die Verantwortlichen der Klimakrise. 

Was passiert mit nicht angemeldeten THG-Quoten?

Natürlich bist du als privater E-Auto Halter nicht zum Quotenhandel gezwungen. Verkaufst du deine Strommengen allerdings nicht an die Mineralölkonzerne, erhält der Staat sie und nimmt an deiner Stelle am Quotenhandel teil. Wie er den Erlös deiner Quote einsetzt, liegt dann nicht mehr in deiner Hand. Denn der Gesetzgeber muss das Geld nicht zwangsläufig in einen emissionsarmen Verkehr investieren. Verkaufst du deine Strommengen hingegen selbst, kannst du aktiv zur Mobilitätswende beitragen. Zum Beispiel, indem du mit climate.karma 25€ automatisch in Klima-Projekten anlegst. Oder den Rest deiner Prämie in E-Autos, Solaranlagen, Ladesäulen oder den Klimaschutz investierst. Auf diese Weise wirken Kraftstoff-Produzenten ihren Emissionen nicht einfach mit Zahlungen entgegen (Greenwashing). Indem sie für ihre Klimaschädlichkeit bepreist werden, tragen sie zur Reduktion von Emissionen im Verkehr bei. Sie finanzieren eine klimawirksame Verkehrswende mit und ermöglichen den Ausbau nachhaltiger Antriebe sowie erneuerbarer Energien. 


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